Peinlich, peinlich

Ein Hauch der Feier streift mich noch,
der Schlips entfaltet sich und fällt,
ich frag mich, halbgeschloss´nen Auges,
was mich noch auf den Beinen hält.
Versuche gar nicht, Licht zu machen,
wer braucht schon Licht zum Schlafengeh´n,
da hör ich unterdrücktes Lachen,
und bleibe unvermittelt steh´n.
Unendlich lange Beine scheinen
im Zwielicht dort am Bett zu liegen,
und ich versuche krampfhaft keinen
vom Herz bedingten Schock zu kriegen.
Es scheint keine Vision zu sein,
denn aus dem Dunkel schält sich träge
der Rest der Frau (und nicht nur Bein).
Ich frag sie, warum sie hier läge,
doch sie gibt keine Antwort drauf,
und nach ein paar Minuten warten,
geb ich die Sache schließlich auf,
und will grad in den Vorraum starten,
da tremoliert es plötzlich: "Bleib !"
Ich, müde, fertig, konsterniert,
versteh zwar nicht den Sachverhalt,
doch bin ich auch nicht so borniert,
daß mich ein solcher Vorfall kalt
und ohne Kopfzerbrechen läßt.
Auf einmal, weiß nicht, wie genau,
bin ich bei ihr im warmen Nest.
Dann weiß ich´s : Wir sind Mann und Frau,
deswegen war ja heut das Fest !