Die Ritter

Des Nachts im Schloß, ein Feuer prasselt,
während ein Geist mit Ketten rasselt.
Um´s Feuer sitzen ringsherum
die Ritter, grimmiglich und stumm.

Der Sturm braust heulend durchs Gewölbe,
der Lärm vom Geist ist fast derselbe,
er müht sich redlich, gut zu spuken,
und jault aus allen Dachesluken.

Ein Mann von Kuniberts Vasallen
beginnt, vom Wein berauscht zu lallen :
"Kunibert, dein Opa geistert !"
worauf er noch ein Gläschen meistert.

Der Kunibert, vom Lärm verstört,
steht auf, holt sehr tief Luft und plärrt :
"Verdammter Geist, verschwinde wieder !"
füllt noch ein Glas, und setzt sich nieder.

Der Geist hat diesen Satz vernommen,
er fühlt sich plötzlich ganz beklommen :
Infam ist dieses, wie er findet,
er seufzt beleidigt und entschwindet.

Die Ritter sitzen immer noch
und starren in das Feuerloch.
Sie sitzen, sagen nichts und sinnen :
Wohlan, die Neuzeit kann beginnen.