Die Rettung

Und ich war kalt vor Traurigkeit
verschüttet war die Seele,
ich lag am Ufer meiner Zeit,
und kam nicht von der Stelle.
Ein Abgrund in mir, um mich Nacht,
Verzweiflung hielt mich nieder,
und Schwermut biß mit aller Macht
in meine matten Glieder.
Mit letzter Kraft erhob ich mich,
voll Zorn auf diese Leere,
ich schrie und tobte fürchterlich,
daß mich ein Gott erhöre.
Befreiung fordernd sank ich wieder
ins Zwielicht meiner Trauer,
und Stille fiel auf mich hernieder
mit einem kalten Schauer.
So lag ich da, bewegungslos,
erwartete ein Ende,
mit einem Mal verspürte ich
die Zartheit deiner Hände.
Sie hoben mich behutsam auf
und schlossen meine Wunden,
und bald genas ich im Verlauf
von glückdurchtränkten Stunden.
Ich badete in Luft und Licht,
im Strahlen deiner Augen,
liebkoste trunken dein Gesicht,
begann mich festzusaugen.
Und deine Entität fing an,
von mir Besitz zu nehmen,
ich steh´in deinem sanften Bann
und nichts mehr kann mich lähmen,
denn nun durchströmt mich eine Kraft,
der Drang, mich dir zu geben,
derjenige zu sein, der´s schafft,
allein für dich zu leben.