Der Elch

Es hängt an dieser Wand der Elch und grinst.
Es ist kaum möglich, daß du noch was findst
wie dieses G´sicht :
sowas Satirisches, im G´schau so etwas Tierisches,
gesammelt in des Auges Knopf,
verbleichend in des Kopfhaars Schopf,
verführend diese Nasenspitze,
erstarrt sind jäh all jene Witze,
die er der Elchkuh hat erzählt.
Wenn sich ein Mensch ein Bild erwählt,
so sei´s der Elch.
Er hängt und schaut,
man meint, er kaut
so alles immer wieder,
sein Blick wird müd und müder,
er hängt und schaut,
man meint, er kaut
das Leben jedes Einzelnen mit seinen großen Zähnen,
man meint, er möcht erwähnen,
daß diese Menschen Trotteln sind,
man meint, er möchte jenen
vor Augen führ´n, sie seien blind,
für das,was er von oben sieht,
seit man sein Fleisch auf Spießen briet,
nachdem man ihm das Leben nahm,
und er auf diese Wand hier kam
als kleid- und seltsame Trophäe.
Nun grinst er, wenn ich richtig sehe,
Er lacht mich aus und denkt: "Der Kelch
geht nicht an dir vorüber !
Und mein Platz an der Wand als Elch,
der ist mir wirklich lieber !"